
Listenplatz 9
Jonathan Lidl
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Schüler, Autor, Partnerschaft Ambérieu, Fridays for Future
Ich will eigentlich nur die Welt verbessern. Weil Welt verbessern aber ein ziemlich großes Ziel ist, sollte man im Kleinen anfangen: in Vereinen, Initiativen und in der öffentlichen Debatte. Und man sollte im mittelgroßen weitermachen: Im Gemeinderat. Und genau das ist mein Weg.
Welt verbessern ist natürlich ein ziemlich schwammiger Begriff, aber auch ein sehr schöner Begriff, der eigentlich so ziemlich alles aussagt.
Welt verbessern heißt für mich Klimawandel bekämpfen, Internationalität und damit Frieden leben und Generationen- sowie soziale Gerechtigkeit schaffen.
Ich will in den Gemeinderat, um Mering klimafreundlicher zu gestalten
Ich will also in den Meringer Gemeinderat, weil ich mein Herzensanliegen, das mich erst dazu gebracht hat, mich politisch zu engagieren, verteidigen will: Den Klimaschutz.
Als ich nämlich in der fünften Klasse war, da gingen die Fridays for Future Proteste los. Auf meine erste Demo wollte ich eigentlich nur, um mal was Neues zu erleben und keine Schule zu haben. Doch dann habe ich begriffen, dass hier für die Zukunft unseres Planeten, für die Zukunft unserer Natur aber vor allem für unsere eigene Zukunft gekämpft wird. Und seitdem habe ich nur wenige Klimademos ausgelassen und auch in Mering selbst schon vier Klimademos (darunter das Klimapicknick mit dem Neugestalten des Eis am Badanger und der Laternenumzug im November 25) im Namen von Fridays for Future organisiert. Auch beim Bündnis für ein nachhaltiges Mering bin ich dabei.
Klimaschutz kann aber nicht nur die Bundesregierung machen, das können wir alle. Und das kann auch die Gemeinde. Jede Strecke, die irgendwie geht, lege ich mit Fahrrad oder ÖPNV (Deutschlandticket sei Dank) zurück. In Mering ist das aktuell manchmal schwierig.
Einfach mal große Gedanken wagen
Und klar, es ist sicher nicht einfach, mal eben ein luxuriöses Fahrradwegenetz mit exquisiter Beschilderung und viel Grün in Mering zu bauen. Doch mit dem Charme und der Unbedarftheit der Jugend darf ich sagen: Einfach mal groß denken, Visionen haben. Und dann werden wir auch bald sehen, dass uns der neue Radweg vielleicht einen halben Meter Straße kostet uns dafür aber strahlende Kindergesichter, glückliche Radler*innen und neue Lebensqualität zurückgibt.
So genug des Herzensthemas Klimaschutz, es gibt noch so viel mehr, was ich erreichen will und was mich ausmacht.
Mittendrin in Mering – in Vereinen und Verbänden und zwischendrin
Ich will in den Gemeinderat, um die Meringer Jugend zu vertreten und ihr mehr Mitbestimmung bei ihrer Zukunft zu gewähren. Auch im Meringer Jugendparlament war ich als Mitglied vertreten. (Danke an Jessica Bader für’s tolle Organisieren) Es war eine schöne Zeit, doch glaube ich, dass der Gemeinderat mehr Möglichkeiten birgt, das Gemeindeleben mitzugestalten.
Und das ist es, was mich auch zur UWG gebracht hat. „Aus Mering, für Mering“. Ich lebe seit meiner Geburt in diesem wunderschönen Ort, in dem man sich auf der Straße zur Begrüßung zwar nur zugrunzt, aber doch eine wunderbare Gemeinschaft in Vereinen, Kirchen und Verbänden lebt. Ich bin beim Partnerschaftskomitee Mering aktiv und setze mich für eine Stärkung der deutsch französischen Beziehungen ein. Ich spiele im Jugendorchester der Kolpingkapelle Klarinette und darf mit größter Freude bei den Konzerten immer die Moderation übernehmen. In meiner Schule in St. Ottilien bin ich aktives Mitglied des Senates (Teil der SMV) und habe eine sehr erfolgreiche Schülerzeitung gegründet sowie die Redaktion des schuleigenen Hausaufgabenheftes übernommen. Ich bin auch in der Kirche Ministrant und schreibe für den Pfarrbrief die Kinderseite (habe ich von Bettina Metz übernommen).
Alpenverein, Jugendarbeit, Redakteur
Wo wir schon beim Schreiben sind: jetzt kommt das nächste große Thema in meinem Leben (vielleicht sogar vor dem Klimaschutz): Der Alpenverein und die Berge. Für den DAV-Bundesverband bin ich in der Redaktion des Knotenpunkts, des Jugendteils des Mitgliedermagazins Panorama (>1 Mio Leser*innen). Für meine Sektion Mering war ich auch schon öfter bei Bundesjugendversammlungen, wo ich parlamentarische Abläufe hautnah erleben durfte. In Mering bin ich für die Pressearbeit des DAV zuständig. Hier in meinem Heimatort bin ich ausgebildeter Jugendleiter, das heißt ich leite mit meinen Mitjugendleiterinnen eine Kindergruppe (9-15 Jahre). Wir treffen uns wöchentlich zum Klettern, Bouldern und Spaß haben an der Meringer Kletteranlage – meinem Lieblingsort in Mering. Und es ist einfach wunderbar, die Begeisterung für die Bergwelt, fürs Klettern, Skifahren, Wandern, weiterzugeben
Und das sind dann auch die schönsten Momente: Abends nach der Gruppenstunde, nach dem Klettern und zufrieden mit dem Tag, auf dem Fahrrad durch Mering zu fahren, wenn schon die nächsten Ideen in meinem Kopf umherschwirren.