Über 260 Meringer Bürgerinnen und Bürger füllten die Mehrzweckhalle in Mering, als pünktlich um 19:30 Uhr eine der entscheidenden Veranstaltungen im Vorfeld der Wahl begann. Das Ziel des Abends: Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt hautnah erleben und ihre Visionen für Mering vergleichen.
Bereits zum fünften Mal organisierte die Kolping-Familie dieses Format unter der Leitung von Klaus-Dieter Ruf. Die Moderatoren Anna Ruf und Dr. Simon Hirschberger führten durch den Abend, der in zwei Teile gegliedert war: Sechs definierte Fachfragen an das Podium und eine anschließende offene Fragerunde aus dem Publikum.
Die Kandidaten auf dem Podium

Drei Bewerber stellten sich dem direkten Vergleich (v.l.n.r.):
- Florian A. Mayer (CSU)
- Laura Matthes (Grüne)
- Mathias Stößlein (UWG)
Die potenzielle vierte Kandidatin, Susanne Steiger (Pro Mering), befand sich ohne aktiven Part unter den Zuschauern.
Die 6 Fragen & Antworten
1. Was ändert sich mit Ihnen als Bürgermeister?
- Mathias Stößlein (UWG): Er will die rund 60 Mio. Euro, die Mering jährlich bewegt, mit Professionalität und einer soliden Datenbasis verwalten. Sein Ziel sind transparente Entscheidungen, die für jeden Bürger leicht nachvollziehbar sind.
- Florian Mayer (CSU): Er setzt auf Kontinuität und verwies primär auf die Leistungen der letzten Jahre, um sein weiteres Engagement zu begründen.
- Laura Matthes (Grüne): Sie stellte eine langfristige Planung und die Erarbeitung gemeinsamer Ziele in den Vordergrund.
2. Rathausneubau und Parken: Wie zügig soll die Umsetzung erfolgen und gibt es Pläne für die Parksituation?
- Mathias Stößlein (UWG): Er mahnte an, dass der Neubau (ca. 25 Mio. Euro) zwar von der UWG mitgetragen wurde, aber andere Pflichtaufgaben wie das Freibad, die Mehrzweckhalle und die Ganztagsbetreuung nicht verdrängen dürfe. Parkplätze sieht er auch in der näheren Umgebung des Ortskerns realisierbar.
- Florian Mayer (CSU): Möchte an den bestehenden Plänen festhalten und sieht nach 30 Jahren Diskussion keinen Bedarf mehr für Änderungen am Konzept oder der Parkplatzsituation.
- Laura Matthes (Grüne): Sie blickt gespannt auf den ersten Bauabschnitt, gab aber zu bedenken, dass zusätzliche Parkplätze andere Nutzungen des öffentlichen Raums einschränken könnten.
3. Veranstaltungsraum: Welche Möglichkeiten gibt es künftig für das Vereinsleben?
- Mathias Stößlein (UWG): Stößlein stellte klar, dass die vorhandenen Räume für über 100 Vereine nicht ausreichen. Er verwies auf ein bereits vorliegendes Konzept für eine neue Veranstaltungshalle, über deren Standort man offen diskutieren müsse.
- Florian Mayer (CSU): Er priorisiert den Erhalt bestehender Gebäude (Papst-Johannes-Haus/Mehrzweckhalle) und schlug für Open-Air-Events einen überbaubaren Brunnen im Ortskern vor.
- Laura Matthes (Grüne): Sie sieht den Bedarf für eine Halle ebenfalls, forderte jedoch eine Gesamtplanung, damit eine Nutzung durch alle Vereine effizienter möglich wird als bisher.
4. Gewerbe 2.0: Wie wollen Sie die Gewerbekasse aufbessern?
- Mathias Stößlein (UWG): Er kritisierte die mangelhafte Informationspolitik der derzeitigen Führung. Er forderte eine genaue Analyse der Einnahmen, um künftige Entwicklungen steuern zu können, und will durch Märkte und Events das lokale Gewerbe stärken.
- Florian Mayer (CSU): Er hofft auf Kostenersparnisse durch schnellere Bauumsetzungen und erwähnte kurz die Gewerbegebietserweiterung, blieb aber eine konkrete Antwort zur künftigen Strategie schuldig.
- Laura Matthes (Grüne): Ihr Vorschlag ist eine gezielte Wirtschaftsförderung für Branchen wie Erneuerbare Energien, um Mering als attraktiven Standort zu positionieren.
5. Wie soll Mering künftig stetig wachsen?
- Mathias Stößlein (UWG): Er forderte einen umfassenden Ortsentwicklungsplan, der Wohnen, Gewerbe, Vereine und Infrastruktur unter eine gemeinsame Linie stellt. Er setzt auf moderates Wachstum und eine starke Förderung des Ehrenamtes.
- Florian Mayer (CSU): Er befürwortet ebenfalls moderates Wachstum und Steuerung der Bebauung. Einer Lösung wie dem Bürgerbus erteilte er aus Kostengründen eine Absage.
- Laura Matthes (Grüne): Sie wies auf die Belastung von Familien bei der Kinderbetreuung hin und betonte die Bedeutung des Umweltschutzes (z.B. Hochwasserprävention) bei der Bauplanung.
6. Freies Schluss-Statement
- Mathias Stößlein (UWG): Er warb mit seiner beruflichen Qualifikation, seiner Kreativität und seinem bisherigen Werdegang um das Vertrauen der Wähler für das Bürgermeisteramt.
- Florian Mayer (CSU): Er bat um die Chance, nach der Umsetzung der Projekte seines Vorgängers nun auch seine eigenen Ideen realisieren zu dürfen.
- Laura Matthes (Grüne): Sie rief dazu auf, die Wünsche der Bürger und die politische Teilhabe wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Mein persönliches Fazit:
Dieses Mal keine “Qual der Wahl”
Der Abend hat die Unterschiede in der Herangehensweise der Kandidaten deutlich aufgezeigt:
- Florian Mayer (CSU) steht für ein „Weiter so“. Er verwaltet vorrangig den Status quo und setzt auf punktuelle Entscheidungen, oft geprägt von Selbstdarstellung und bestehenden Parteistrukturen.
- Laura Matthes (Grüne) bietet eine ökologische Perspektive, bleibt jedoch in der konkreten Umsetzung und lokalen Erfahrung hinter den Mitbewerbern zurück.
- Mathias Stößlein (UWG) ist die Wahl für alle, die Mering professionell und modern geführt haben möchten. Seine Erfahrung aus der Wirtschaft, der Fokus auf transparente Daten & Prozesse sowie die Forderung nach einem ganzheitlichen Ortsentwicklungsplan zeigen: Er will Mering nicht nur verwalten, sondern mit Struktur und Weitblick gestalten.
Mein Fazit des Abends: Wer eine Gemeindeverwaltung will, die auf Fakten statt auf Parteibuch setzt, findet in Mathias Stößlein den richtigen Bürgermeister für Mering.
Hier noch ein paar Eindrücke des Abends (Bilder: Jörn Heller, Felix Hermle)



