Ein Beitrag von Ralf Hermle und Jörn Heller
Am 28.5. verabschiedete der Hauptausschusses des Meringer Marktgemeinderates einen mehrteiligen Beschluss in dem der bestehende Kinderspielplatz Luitpoldshöhe (genannt “Lui”) als Standort für eine Interimslösung für einen neuen Kindergarten mit Krippe bestimmt wurde. Diese Entscheidung stieß in der Bevölkerung auf großes Unverständnis. Auch in der UWG und der UWG-Fraktion wurde natürlich viel über Art und Inhalt des Beschlusses diskutiert. Parallel wurden aber vor allem Informationen gesammelt und nach alternativen Lösungen gesucht.

Erst einmal ein Bild machen

Zwei UWG-Marktgemeinderäte machten sich gleich am ersten Wochenende auf den Weg um sich ein genaueres Bild verschiedener Standorte und alternativer Idee zu machen. Paul Kuhnert (PK) und Thomas Schiele (TS) waren einige Stunden in Mering und Friedberg unterwegs. Wir haben die beiden interviewt und nach Ihren Erfahrungen befragt.


Frage: Wie sieht es an der Lui aus – und wie würde eine Interimslösung dort aussehen?

PK: Der Spielplatz an der Luitpoldshöhstrasse liegt wunderbar umrundet von alten Bäumen und in einem ruhigen Teil inmitten eines Wohngebietes. Alles andere als ein idealer Standort, wenn man den Flächenverbrauch durch Gebäude und Parkplätze, die zu erwartende Verkehrsbelastung und die notwendigen Veränderungen am Grundstück betrachtet. Das im Beschluss verwendete Wort “Modulbauweise” klingt modern und günstig.

TS: Viele haben ein recht idyllisches Bild im Kopf – da stehen einige Container und die Kinder spielen im Sonnenschein dazwischen auf großzügigen Rasenflächen. Tatsächlich haben wir es eher mit einer 2-3 stöckigen Containerlandschaft zu tun. Dazu kommen mindestens 7-15 Parkplätze für die Mitarbeiter und ein zu erwartender Hol- und Bring-Verkehr mit ca. 250 An- und Abfahrten jeden Tag. Wenn man mit diesen Zahlen im Kopf auf dem Spielplatz steht ist jede schöne Illusion schnell dahin.


Frage: Gibt es vergleichbare Lösungen in der Umgebung? Und was bedeutet “Modulbauweise”?

PK: Wir haben uns die Lösung in der Nähe der Friedberger Herrgottsruhkirche angesehen. Dort hat ein privater Betreiber im Auftrag der Stadtverwaltung auf einem Sportplatzgelände eine Containerlandschaft aufgebaut, in der in 3 Gruppen ca. 60 Kinder betreut werden können. Dazu mussten 35 Container aufgebaut werden. Glücklicherweise gibt es in der Nähe eine Sporthalle, so konnte die vorgeschriebene Turnmöglichkeit (weitere 3 Container) vemieden werden.

Hochgerechnet auf unsere Lösung für 140 Kinder kommen wir also schnell auf 70-80 Container. Ein Weiterbestehen des derzeitigen Spielplatzes für die Öffentlichkeit mit den dort stehenden Spielgeräten ist für mich nicht vorstellbar. Stattdessen wird von den vorhandenen Rasenflächen kaum etwas übrig bleiben. Eine parallele Nutzung durch die Öffentlichkeit und durch Kita-Gruppen ist ausserdem nicht unproblematisch. Einer der Gründe ist die Haftungsfrage. Probleme können aber auch durch herumliegende Scherben oder Zigarettenstummel entstehen.


Frage: Warum wird so viel Wert auf die Tatsache gelegt, dass das Grundstück der Gemeinde Mering gehören muss?

TS: Die Miete / Pacht müsste erst ausgehandelt werden. Das kostet Zeit. Die von den anderen Fraktionen angeführten zusätzlichen Kosten und besagte Zeitverzögerung mögen auf den ersten Blick tatsächlich ein Argument sein. Wir denken aber, dass wir uns die Zeit nehmen und hier sachlich prüfen sollten. Letztlich muss auch diese Entscheidung auf Fakten beruhen und nicht auf dem “Gefühl”. Hektik und Halbwissen sind keine guten Ratgeber bei wichtigen Entscheidungen. Hier sollten doch 4 Wochen zur genauen Prüfung zur Verfügung stehen.

PK: Außerdem wäre eine Interimslösung auf einem Pachtgrundstück auch ein starkes politisches Zeichen dafür, dass wirklich nur eine Lösung auf Zeit gesucht wird. So gewinnen wir Zeit für die korrekte Ausarbeitung einer guten langfristigen Lösung. Denn eins steht fest: Mering braucht Kindergartenplätze ebenso wie eine Ausweitung der Schul- und anderen Betreuungsangebote. Jetzt schon, aber vor allem in den kommenden Jahren.


Frage: Was können die UWG und ihre Marktgemeinderäte tun, um zu einer guten Lösung zu kommen?

TS: Diese Frage haben wir uns in der Fraktion natürlich sofort gestellt. Zunächst haben wir uns ein eigenes Bild gemacht. Mit Hilfe von Kontakten haben wir dann konkrete Vorschläge erfasst und bewertet. Im zweiten Schritt haben wir konkrete Gespräche u.a. mit Grundstückseigentümern geführt. Erste Ergebnisse unserer Arbeit haben wir dem Bürgermeister und der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Genaueres werden wir als Fraktion in der kommenden Woche in den entsprechenden Gremien erläutern.


Anmerkung der Redaktion: Ein offizielles Statement der UWG-Fraktion finden Sie in unserem Beitrag: Interimslösung Kinderbetreuung in der Rubrik Neues aus dem Gemeinderat.


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